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Psychotherapie und Kostenerstattung


Abgrenzung zwischen Beratung / Therapie und Psychotherapie

Wird der Begriff Psychotherapie wörtlich übersetzt, so hat er zweierlei Bedeutungen. Zum einen meint er die Behandlung der Seele bzw. seelischer Probleme und auf der anderen Seite ist eine Behandlung mit "seelischen" Mitteln gemeint.

Das Psychotherapeutengesetz von 1999 definiert Psychotherapie als „Tätigkeit zur Feststellung, Heilung oder Linderung von Störungen mit Krankheitswert, bei denen Psychotherapie indiziert ist“. Beispiele für „Störungen mit Krankheitswert“ wären Angststörungen oder Depressionen. Psychische Störungen mit Krankheitswert sind in der ICD 10 (Internationale Klassifikation der Krankheiten in der 10 Überarbeitung) definiert.

Bei anderen psychischen Schwierigkeiten wie zum Beispiel bei Erziehungsschwierigkeiten, Ablösungsschwierigkeiten, Sinnkrisen, Entscheidungsfindung oder auch bei allgemein familiären Problemen liegen in diesem Sinn keine Störungen mit Krankheitswert vor. Die Beratungs- und Therapieangebote für diese Probleme, demnach auch im Rahmen einer Paar- und Familientherapie gelten laut Gesetz daher nicht als Psychotherapie und sind somit über die Krankenkassen nicht erstattungsfähig.


Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz

Im Rahmen meiner therapeutischen Leistungen biete ich Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz an. Diese wird per Gesetz den freien Heilberufen zugeordnet. Demzufolge bietet es gegenüber den approbierten Psychotherapeuten den Vorteil, dass auch Verfahren eingesetzt werden können, die den Richtlinienverfahren der Krankenkassen (Psychoanalyse, tiefenpsychologisch fundierte Verfahren und Verhaltenstherapie) nicht entsprechen. Die systemische Therapie wurde zwar 2008 vom wissenschaftlichen Beirat als effektives Verfahren im Bereich der Psychotherapie anerkannt, hat aber bis jetzt noch nicht die Abrechnungsfähigkeit über die gesetzlichen Krankenkassen erlangt.


Vorteile für Selbstzahler

Für Selbstzahler besteht ein wesentlicher Vorteil darin, dass eine Therapie eine private Angelegenheit ist und bleibt. Bei einer Finanzierung durch einen Leistungsträger wird die Therapie aktenkundig. Darüber hinaus kann Eltern die Befürchtung genommen werden, dass ihr Kind bei einer ausgewiesenen Diagnose ein "Stempel" aufgedrückt wird und es dadurch Nachteile erfährt.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass in der Regel keine langen Wartezeiten gegeben sind und kein Genehmigungsverfahren bei der Krankenkasse besteht.

Therapeutische Leistungen können bei der Steuererklärung als außergewöhnliche Gesundheitsaufwendungen geltend gemacht werden. Nähere Informationen können über Steuerberater, oder dem zuständigen Finanzamt eingeholt werden.


Kostenerstattung durch die Krankenkasse oder andere Versicherungsträger

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen wie bereits oben geschildert keine Kostenerstattung für die Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz. In begründeten Ausnahmefällen erfolgt eine Kostenübernahme kulanzhalber.

Bei privatversicherten Personen oder Personen mit einer entsprechenden Zusatzversicherung die eine psychotherapeutische Behandlung nach dem Heilpraktikergesetz in ihrem Leistungsumfang enthält, werden die Kosten ganz oder anteilsmäßig übernommen. Wenn dies gegeben ist, prüft die Krankenkasse, ob es sich bei der Kostenübernahme um eine Psychotherapie nach gesetzlicher Definition handelt, demnach ob eine "Störung mit Krankheitswert vorliegt". Bitte informieren Sie sich vor Beginn einer Therapie bei Ihrem Leistungsträger über die entsprechenden Rahmenbedingungen der Kostenübernahme.